Australien – Schrottreif?

Es geht los auf die “Great Central Road“! Das ist die Piste, die die Westküste mit der roten Mitte Australiens verbindet. Über Tausend Kilometer Sand, Schotter und Wellblech!

Und wir wollen mit unseren beiden Motorrädern mitten hinein!

Die Vorräte sind aufgestockt und wir freuen uns riesig, dass es endlich so weit ist! Es gibt nicht viel Zivilisation unterwegs, aber zumindest Sprit-technisch sollten wir keine Probleme bekommen, da genügend Roadhäuser unterwegs verteilt sind.

Am ersten Abend, als wir im Busch von unseren Bikes absteigen ist uns klar, dass diese Piste mal wieder ein gut gerichteter Schotterweg in der Breite eines Highways ist.

Nichts desto trotz macht es Spaß hier zu fahren und ab und an kommt man in einen kleinen Rausch, wenn man bemerkt dass die Tachonadel mal wieder auf die Hundert wandert!

So kommen wir in unserem eigenen Tempo gut voran. Andere Menschen treffen wir nur beim Tanken oder wenn mal wieder ein paar Aboriginies mit einem ihrer runtergerittenen „normalen“ Autos (ja, kein Geländewagen) im Eiltempo an uns vorüberziehen. Gerne auch mal ohne Windschutzscheibe…

Unseren Schlafplatz suchen wir stets ein wenig ab vom Straßenrand und dass dies meist der schwerste Teil von allen ist, zeigt sich als wir in die Sanddünen kommen!

Diese tarnen sich hier nämlich unscheinbar mit grünem Gestrüpp und man könnte meinen, es wären einfache Hügel. Dass dem aber nicht so ist erfährt Bjarne ziemlich schnell, als er über solch einen drüber fahren möchte um ein Plätzchen dahinter zu finden…

Ich merke schon früh den immer sandiger werdenden Untergrund. Aber mein liebster Schatz lässt sich von dem nicht abbringen und will es mit Vollgas wissen.

Auch als er bereits den Hinterreifen ein gutes Stück im Sand versenkt hat gibt er nicht klein bei!

Das Resultat kann sich sehen lassen! Er hat es geschafft sein Motorrad standsicher einzuparken. Mit dem Vorderrad in der Luft…

Nach kräftezehrendem Ziehen und Zerren kriegen wir das ca. 250 Kilogramm schwere Bike endlich aus seiner Furche wieder heraus und wir können den Rückweg zur Straße antreten. Leider eignet sich der Platz hier nicht zum campen…

Doch Bjarnes Kraft scheint endgültig dahin zu sein. Kurz vor Sonnenuntergang legt er sein Bike dieses mal sanft ab. Immerhin vor atemberaubend schöner Kulisse! 😉

Nachdem wir in der Nacht Besuch hatten von einem Dingo, den Bjarne beobachten konnte fahren wir von den Strapazen erholt weiter. Man sieht zunehmend, dass die Landschaft sich verändert. Die Farbe der Straße färbt sich mehrmals am Tag zwischen dunkelrot, über orange zu weiß und wieder zurück. Und dann kommen wir von den geraden Straßen und der endlosen Weite in hügeliges Gebiet.

Das Farbspiel als Abends die Sonne untergeht ist einfach unbeschreiblich!

Wir kommen an die Grenze vom Westen Australiens ins Northern Territory. Wie auf Kommando verändert sich hier die Straße und wird von festem Untergrund, der gut zu befahren ist zu losem Sand mit mehr Wellblech. Auch sind ab und an große Furchen mitten in der Straße, die vom Regen noch übrig sind. Man merkt deutlich, dass die verschiedenen Bezirke nicht zusammenarbeiten und das NT seine Straße hier wohl auch nicht zu pflegen scheint…

Doch als wir zum ersten mal die Vorboten auf die rote Mitte sehen, die Kata Tjuta Felsen, wird die Schufterei auf dem Sand belohnt!

Abends finden wir tatsächlich ein schönes Plätzchen mit Sicht auf die Felsen! Und einmal mehr sehen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang, der die rote Landschaft um uns herum zum Leuchten bringt!

Als dann der Mond direkt neben dem Kata Tjuta aufgeht, sind wir uns sicher, dass die letzte Nacht auf der Great Central Road magischer nicht sein könnte!

Voller Erwartung kriechen wir dann auch zum Sonnenaufgang aus unserem kuschelig warmen Zelt. Ohne Sonne ist es noch ordentlich kalt und wir entfachen gleich ein wärmendes Feuer.

So müde wie ich bin wird mir die Warterei aber schnell zu bunt und ich packe mich wieder zurück in meinen Schlafsack. So spektakulär sind Sonnenaufgänge nun auch wieder nicht…

Tatsächlich ist er das wirklich nicht (ich hab schließlich doch gespickelt). Auch wenn unsere Kamera durch eine dunklere Einstellung etwas anderes behauptet!

Wir lassen es uns natürlich nicht nehmen und machen gleich eine Wanderung durch die wundersam geformte Felslandschaft. Das „Valley of the Winds“ macht seinem Namen alle Ehre und an manchen Stellen pfeift ein ordentliches Lüftchen.

In Yulara kommen wir dann tatsächlich wieder in die Zivilisation zurück. Und wir kommen mit einem großen Hunger dort an! Endlich mal wieder ein Steak, ein Bierchen und eine Dusche! 🙂

Nachdem wir alle Annehmlichkeiten wieder einmal gekostet haben, gehen wir noch einmal in den Nationalpark. Wir wollen schließlich noch einmal zum Uluru, den wir mit meinem Papa bereits mit dem Helikopter umrundet hatten. Dieses mal wollen wir den Felsen hautnah erleben!

Leider bemerkt Bjarne direkt nach der Zahlstation, dass mein Frosch mit dem Öl eine zu große Schweinerei angerichtet hat. Er befürchtet, dass ich keinen Meter mehr weiter fahren sollte als nötig! So kommt es, dass ich die letzten Kilometer ohne meine treue Begleitung als Sozius hinter mich bringe. Schniefend und besorgt…

Bjarne gibt sein Bestes um mich wieder aufzumuntern. Und als wir wieder auf dem Campingplatz angekommen sind, stellt sich heraus dass der Riss im Öltank tatsächlich größer geworden ist.

Allerdings lässt sich auch das wieder flicken und wir versuchen es dieses mal mit Silikon, bis wir eventuell jemanden gefunden haben, der das Ganze schweißen kann.

Ich hoffe also weiterhin, dass mein Motorrad nicht schrottreif ist. Auch wenn Bjarne ab und an gerne etwas Anderes behauptet…

 

 

2 thoughts on “Australien – Schrottreif?

    1. Hihi, entweder das oder du hättest die Sanddüne vielleicht selbst getestet?
      Wäre auf jeden Fall toll gewesen dich dabei zu haben!

      Liebe Grüße
      Mona und Bjarne

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