Grenzerfahrungen

An der Grenze öffnet sich das hohe schwere Metalltor. Endlich dürfen wir in den Iran einfahren und das neue Land entdecken. Neugierig und angespannt halten wir und ich ziehe zum ersten mal das Kopftuch auf, nachdem der Helm unten ist. Anspannung. Sitzt alles?

Gleich werden wir angesprochen. Pässe und alle Dokumente sollen wir abgeben. Wir tun wie uns geheißen und wundern uns leider kein bisschen über die legere Kleidung. Ein Fehler…

Wir laufen hinterher durch die Hallen und müssen zu Fuß zum Zoll. Als wir dann kurz warten müssen setzt der hilfsbereite Herr sich zu uns und möchte gleich Euros in Rial, die Landeswährung umtauschen. So langsam dämmert uns, dass wir es hier nicht mit einem offiziellen Mitarbeiter der Grenze zu tun haben!

Unsere Dokumente jedoch behält er und winkt und lotst uns im Eiltempo weiter. Schnell, schnell weg von der Grenze zu einem kleinen Büro, in dem er uns dann auch noch gleich die passende KFZ- Versicherung verkaufen möchte.

Im Büro verhandelt er dann mit uns, was die Versicherung denn kosten soll. 210 Euro sollten es für beide Motorräder sein. Uns fallen fast die Ohren ab! Laut seiner Aussagen kann man Motorräder nur für ein ganzes Jahr versichern. Wir fühlen uns schnell übers Ohr gehauen! Natürlich verhandeln wir. Zum Schluss sind wir bei 150 Euro zusammen. Das scheint uns immer noch zu teuer. Wir brauchen Vergleiche. So eine Versicherung schließen wir nicht ab!

Nach diesem Entschluss wird die Luft im Büro dicke. Der zuvor so freundliche Herr stellt sich so in den Eingang, dass wir nicht an ihm vorbei nach draußen kommen. Er will Bakshish(Trinkgeld) Und das nicht zu wenig. 50 Euro sollen es sein. Er schimpft und droht uns mit der Polizei und horrenden Strafen wenn wir jetzt ohne Versicherung weiterfahren.

Wir stimmen zu, dass er die Polizei doch bitte rufen soll. Da wird er kurz leise…

Zum Glück können wir gerade noch verhindern, dass er die Türe schließt. Dann kommt ein Dritter hinzu, den wir schon an der Grenze gesehen haben. Wir sind nicht sicher was nun passiert. Doch er kommt zum schlichten. Wir dürfen das Büro verlassen. Aber für die Mühen sollen wir 10 Euro bezahlen. Wir geben 5.

Das muss reichen.

Und so dürfen wir reich an Erfahrung und ohne KFZ Versicherung endlich unser Iran Abenteuer beginnen. Nach kurzem Durchatmen schaffen wir es auch uns auf die neuen Eindrücke der Landschaft einzulassen.

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Gleich darauf dürfen wir auch schon die Herzlichkeit der Menschen kennen lernen und bekommen gleich beim ersten Tankstop Tee und Zigaretten angeboten.

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Nun noch eine Warnung an Alle, die mit eigenem Fahrzeug in den Iran einfahren: Gebt nach dem Grenzübergang nicht gleich dem ersten zivil gekleideten Herren eure Pässe in die Hand. Auch wenn dieser ganz offiziell klingt. Fragt lieber bei den Uniformierten nach, wo es langgeht.

Der Wechselkurs ist in den offiziellen Wechselstuben deutlich besser, als der, den diese Herren anbieten. Auch wenn sie etwas anderes behaupten!

An der Grenze selbst gibt es KFZ Versicherungen, die man auch für Motorräder auf kurze Zeit abschließen kann. Im Land selbst geht das meiner Erfahrung nach nicht mehr.

Nehmt euch Zeit die Lage zu überblicken und macht nicht den gleichen Fehler wie wir. Dann werdet ihr einen schönen Start in ein interessantes Land bekommen!

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