Neuseeland – Berge und die Pünktlichkeit der Natur

So viel Grün. Als Bjarne und ich aus Auckland herauskommen fühlen wir uns schon wie in einem Traumland angekommen. Wir fahren erst einmal an der Küste entlang Richtung Coromandel.

Schon jetzt vermissen wir unsere Motorräder, die wir auf  weite Heimreise geschickt haben aus tiefstem Herzen. Die Straßen könnten schöner und kurviger nicht sein. Ein wahrer Bikertraum.

Verzaubert halten wir die Nase in den Wind vom offenen Fenster unseres gemieteten Nissan Sunny und träumen ein wenig.

Bei Regen stellen wir die Schotterstraßen-Tauglichkeit unseres Sunny ein wenig auf die Probe. Unser Ziel sind heiße Quellen direkt an einem Sandstrand. Kurven und Steinschlag geprüft kommen wir kaum durchgerüttelt an.

In Unterwäsche (wir haben uns gegen Schwimmsachen entschieden wegen Platzmangel…) stellen wir fest dass wir im Gegensatz zu den Anderen ein wenig unvorbereitet kommen. Es wird mit großen Schaufeln und Eimern hantiert um Löcher in der Größe eines Swimmingpools auszuheben!

Davon jedoch wenig beeindruckt buddeln wir lachend auf allen Vieren unsere eigene Wanne. Es ist unglaublich heiß wenn man die richtige Stelle mal gefunden hat. Dadurch beginnen wir ein paar mal von Neuem, bis wir auf die Idee kommen uns vom Meer ein wenig kaltes Wasser hinein spülen zu lassen.

Ahh, herrlich entspannend nach so einer Schufterei. 🙂

Auf dem Weg zum Waihou River durchqueren wir die Hobbit Stadt nur kurz. Es ist sehr touristisch da. Der Fluß hingegen verspricht eine schöne Wanderung entlang von klarem, hellblauen bis dunkelblauen Wasser. Ein Sprung hinein wäre verlockend, aber dazu ist es leider zu kalt…

In Rotorua wandern wir elf Kilometer durch die Redwoods. Das sind wundervolle Baumgiganten, die bis zu 100 Meter groß werden können.

Danach gönnen wir uns noch ein Fußbad in der natürlich vorkommenden heißen Quelle direkt im Stadtpark.

Die Gegend um Rotorua ist sehr bekannt für heiße Quellen. Deshalb gibt es auch den ein oder anderen Entspannungstag im heißen Pool für uns.

Aber zum Schauen gibt es natürlich auch noch was. Das Volkanic Valley in Waimanga. Es wird damit geworben, dass jeden Tag um 10Uhr eine Wasserfontäne losgeht. Wir wundern uns schon ein wenig um die Pünklichkeit der Natur. Aber neugierig sind wir trotzdem!

Mit Spannung geladen sitzen wir bereit auf den extra angelegten Sitzreihen. Und werden erstmal von einem netten Neuseeländer begrüßt. Er erzählt uns eine lustige Geschichte über Häftlinge, die einmal hier im Wald arbeiten mussten. Und schlau wie diese waren wollten sie ihre Wäsche in der warmen Quelle waschen, die damals noch eher Pool ähnlich ausgesehen haben muss. Die Männer haben damals zum ersten mal einen Ausbruch herbeigeführt: mit ihrer Seife.

Daher haben wir also unsere heutige Pünktlichkeit des Wassers…

Der nette Herr, der mit der Geschichte endlich fertig ist hält ein braunes Päckchen in der Hand. Er erklärt uns, dass es eine Art von Waschpulver ist, nur eben umweltfreundlich. Dann schüttet er es in den Schlund des kleinen Geysirs.

Mit dem bescheidenen Gefühl des übers-Ohr-gehauen-worden-seins warten wir bis es losgeht…

Bei Regen schlendern wir danach noch durch den angrenzenden Park. Hier gibt es Quellen die bis zu hundert Grad heiß werden und Schwefel, der seinen teuflischen Geruch über die Devils Pool schickt. 😉

Leider verfolgt uns der Regen auch noch eine Weile auf unserem Weg. In Waitomo in der Höhle der Leuchtwürmchen dürfen wir zwar keine Bilder machen, aber es war toll! Mit einem Boot fahren wir in völliger Dunkelheit unter blau leuchtenden Würmchen hindurch, die über einem an der Felswand hängen wie Sterne am Himmelszelt…

Von Stratford aus planen wir unsere Wanderung auf den Taranaki Berg. Und endlich haben wir wieder Glück mit dem Wetter! Es ist zwar noch alles nass, aber die Sonne scheint als wir uns in Richtung des kleinen Gipfels begeben. Wir wissen, dass man wegen Schnee nicht ganz hoch kann, aber zumindest zum Schnee zu gelangen ist unser Ziel!

Der vielen Treppen zum Trotz belohnt der Berg uns mit einer wundervollen Aussicht!

 

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