Rettendes Ufer

Tehran ist eine bebende Stadt mit unglaublich viel Verkehr. Ich kann nicht zählen wie oft ich einen fast Zusammenstoß gesehen habe! Und dennoch schlängeln Bjarne und ich uns durch das Gewühle.

Leider ist der Straßenverlauf sehr kompliziert. Und so kommt es, dass wir Hotels laut Navi zwar einkreisen, jedoch nie davor stehen.

Sehr anstrengend bei ca 40Grad in der prallen Sonne, in Motorradbekleidung.

Nach langem Suchen wird es dann auch schon langsam dunkel. Plötzlich ruft in einem der vielen Staus jemand neben mir aus dem Autofenster. „Hey guys, what are you looking for? Can I help you?“

Es war Ali. Unser rettendes Ufer. Kurze Zeit nach diesem Plausch hält sein Wagen neben uns an der rechten Straßenseite an. Er lädt uns spontan zu seinem Freund Masut nach Hause ein.

Ein Angebot, das wir nicht abschlagen können 🙂

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Masut empfängt uns herzlich und beteuert, dass wir so lange bleiben können wie wir nur möchten.

In Tehran planen wir das Visa für Azerbaijan zu bekommen. Länger bleiben wir nicht, glauben wir.

Also auf zu der Botschaft gleich am anderen Tag. Leider fehlen uns Dokumente von der Deutschen Botschaft. Welche? Darauf kriegen wir keine Antwort.

Um das Visa dann zu beantragen können wir erst in einer Woche am Montag wieder kommen!

So kommt es, dass wir doch ein wenig länger als geplant bei Masut bleiben und lernen somit auch seine Eltern Evat und Jamshid kennen.

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Während wir also auf Montag warten bekommen wir die Dokumente von der Deutschen Botschaft: Eine Bestätigung dass unsere Pässe echt sind.

Und wir erkunden Tehran. Den größten und belebtesten Bazar bisher, viele Parks und das letzte Königshaus, welches jetzt ein Museum ist.

Masut und Ali nehmen uns zu Freunden mit und wir erfahren wie offenherzig und lebensfroh die Iraner sein können. Es wird selbst musiziert und auch Bjarne entdeckt den Musiker in sich!

Als schönes Andenken bekommen wir sogar noch eine kleine selbst gemachte Flöte aus Bambus geschenkt und ich bekomme ein schönes Haarband.

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Die Zeit vergeht wie im Flug. Und dann ist es so weit. Wir gehen erneut auf die Azerbaijanische Botschaft. Es ist viel los. Aber heute haben wir alle Dokumente und das Geld zusammen: 60Euro pro Person.

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Abends gegen fünf Uhr sind die Pässe fertig und wir können sie abholen.

Wir haben das Visa!

Da unsere Gastfamilie in eine ähnliche Richtung fährt wie wir, laden sie uns in ihr zweites Apartment nach Chalus ein. Mit Blick auf das Meer!

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Der Norden von Iran ist gleich viel grüner und für uns somit eine willkommene Abwechslung zu den  letzten Tagen in denen es meist durch die viel Sand und oft durch Wüste ging.

In Chalus verbringen wir zwei Tage und gehen mit Masut und Freunden auf den Schießstand und erfüllen Evat einen Wunsch und fahren mit ihr auf dem Motorrad an den Strand 🙂

Danach heißt es Abschied nehmen, da wir nochmals alle Freunde von Ali und Masut in einem kleinen ursprünglichen Dörfchen treffen. In einem alten kleinen Lehmhäuschen, welches  wunderschön renoviert wurde, verbringen wir zwei Nächte.

Unser Herz ist schon richtig an die Clique gewachsen und so nehmen wir beim letzten Abschied im Iran nicht nur schöne Erinnerungen, sondern auch gute Freundschaften mit auf den weiteren Weg.

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Auf der Fahrt zur Grenze ist bereits schon Ramadan. So achten wir sehr darauf, wo wir essen und Trinken. Auch wenn das als Reisender erlaubt ist.

Am Strand suchen wir ein ruhiges Plätzchen und ich mache meine erste Sanderfahrung…

 

 

2 thoughts on “Rettendes Ufer

  1. Ich schon wieder 😀

    Total schöne Geschichte und es ist unglaublich was für nette Menschen man auf Reisen trifft!
    Erinnert mich an die Leute, die wir in Indien über Couchsurfing kennen gelernt haben.

    Liebe Grüße,
    Luisa 🙂

    1. Hallo Luisa!

      Ja, es ist wirklich schön solche Erfahrungen machen zu dürfen! Es gibt einem ein gutes Gefühl auf Reisen zu sein 😃

      Liebe Grüße
      Mona und Bjarne

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