Staub ist trocken

Die Grenzposten zwischen Russland und Kasachstan liegen einige Kilometer auseinander. Wir glauben schon fast, dass da gar nichts mehr kommt.

Doch dann ist sie da. Die Grenze zu Kasachstan. Viele haben uns schon in Russland wegen der schlechten Straßen gewarnt. An der Grenze selbst bekommen wir einen Tip, wie wir am besten fahren.

So genießen wir am ersten Abend in Kasachstan gute Straßen und entschließen uns zwischen zwei Dörfern in der Steppe unser Zelt aufzubauen.

Dabei passieren wir unsere erste Kasachische Sandstraße und ich grabe den Hinterreifen von meinem Frosch wegen einem Absatz gleich mal ein…

Zum Glück ist Bjarne gut im Schieben 🙂

Die tolle Straße wird immer schlechter, je weiter wir in das Land hineinfahren und die Schlaglöcher immer größer. Wir entscheiden uns ab und zu mal auf die Dreckpiste nebenan auszuweichen.

Als wir abends dann in der Steppe auf einem kleinen Hügel das Zelt aufbauen wollen, stellen wir fest, dass wir die Heringe verloren haben müssen! Nach langem Suchen, nichts finden und natürlich Ärgern, nehmen wir kurzerhand unser Werkzeug und hauen die Inbusschlüssel in den Boden.

Siehe da: das Zelt steht!

Wir wollen uns zum Aralsee aufmachen. Sehen was davon übrig geblieben ist. Auf der Karte, die wir an einer Tankstelle kaufen konnten, markieren wir den Weg.

Genügend Dörfer zwischendurch, eingezeichnete Straßen, es kann losgehen.

Wir starten in Kulsary. Kurz nach der Stadt hört gleich die Teerstraße auf. Danach hört dann die Straße auf und wir befinden uns direkt auf einer sandigen Dreckpiste. Wir wundern uns ein wenig. Laut Navi sind wir richtig und das ein oder andere Fahrzeug kommt uns Anfangs auch entgegen. Also rein in das Vergnügen! Wir wagen uns mit Freude in das Off-Road-Abendteuer!

Wir genießen mittags ein Päuschen am Wasserloch mit Ausblick auf verschiedene Tierherden und haben bis dahin keine Menschenseele mehr gesehen.

Es ist heiß und wir sind schon komplett eingestaubt! Wir brauchen um einiges mehr an Wasser, als gedacht.

Es wird immer anstrengender auf dem Sand zu fahren und so langsam lassen unsere Kräfte ein wenig nach. Das hat zur Folge, dass wir beide unsere Bikes einmal im Sand umwerfen.

Nachdem wir schon die Hoffnung auf jegliches Lebenszeichen aufgegeben haben, finden wir mitten im Nirgendwo eine Bar. Wir träumen schon von kühlem Fanta und Bier!

Aber leider ist beim näher kommen klar: Hier ist es schon seit einiger Zeit verlassen…

Wir begeben uns also auf die Suche nach dem Fluss, der in der Nähe sein muss. Wir brauchen unbedingt mehr Wasser!

Als wir endlich am Fluss ankommen kann uns keiner mehr halten. Das kühle Nass wir ohne Rücksicht auf Verluste mit vollen Händen über den Kopf geschüttet!

Kurz darauf finden wir auch eine Stelle, an der wir komplett reinspringen können und wir waschen uns endlich wieder und unsere schon nasse Kleidung gleich mit!

Wir füllen unsere Wasserbeutel auf und kochen uns ein paar Liter zum Trinken und für Nudelsuppe essen gleichmal ab.

Am anderen Tag dann die große Erleichterung: Wir finden ein Dorf! Sofort begeben wir uns auf die Suche nach einem kleinen Laden und einer Tankstelle. Leider Fehlanzeige.

Die Dorfbewohner schicken uns einige Kilometer weiter. Jedoch bekommen wir Wasser und saure Milch mit Kohlensäure zum Trinken. Etwas ungewöhnlich, jedoch sehr erfrischend!

Im zweiten Dorf finden wir zum Glück einen kleinen Laden. Wir können unseren Vorrat an Essen aufstocken und uns was Süßes zu Trinken kaufen. Jedoch kein Wasser… Eine Tankstelle gibt es leider auch nicht. So entschließen wir uns notgedrungen Richtung Norden zu fahren in der Hoffnung, dass wir da alles notwendige bekommen.

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Bjarne kämpft vor dem Dorf mit tiefem Sand und wirft sein Bike um und ich (oh man…) mitten im Dorf auf dem Dorfplatz!

Die Entscheidung nach Norden zu fahren zahlt sich aus. Die Straßen werden ein bisschen größer und abgesehen von Teilen mit riesigen Schlaglöchern sind es zumindest keine Sandpisten mehr.

Und wir sind zurück in der Zivilisation! Wir können endlich unsere bereits durstigen Bikes mit Sprit versorgen und uns selbst mit Wasser eindecken! Die Freude ist groß!

Zur kurzen Regeneration entscheiden wir uns für ein Hotel. Es ist Waschen und Arbeiten angesagt!

Doch dann zieht es uns auch schon weiter.

😉

 

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